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Und hier kommt auch schon das nächste Autorenkommentar zu „Gegen das Zwielicht“. Dieses Mal zu Louis & Psycra:

-Louis

Louis ist wohl der geheimnisvollste Charakter in dem ganzen Buch. Daher ist es schwierig ihn einzuschätzen. Er wohnt abseits der Zivilisation und hinter dem düsteren Wald, den die meisten Menschen meiden. Louis‘ Eltern waren genau wie er Waffenexperten, doch starben in einem Feuer, was Louis mit seinen eigenen Augen ansehen musste. Das hat natürlich Spuren in ihm hinterlassen und seitdem hat er das Gefühl, dass Feuer würde mit ihm sprechen. Hierbei ist es schwierig festzustellen, ob die Stimme, die Louis in dem Feuer hört nur eine Wahnvorstellung ist, oder ob mehr dahintersteckt. Schließlich findet er durch eine Vision, in der er ein Mädchen in den dem Flammen sieht, Psycra und rettet sie vor den Wilden, weil er sie für die Gefährtin hält, die ihm das Feuer versprach. Ob das nun wirklich der Fall ist, wird nicht ganz klar, aber Psycra fügt sich Louis‘ Vorstellung, weil sie ihrer Meinung nach keine andere Wahl hat und Louis zumindest für sie sorgen möchte. Ob Louis also nun verrückt ist, oder wirklich eine spirituelle Bindung zu dem Feuer hat, bleibt dem Leser überlassen.

Psycra bedeutet Louis viel, weil er denkt, dass sie beide füreinander bestimmt sind. Schließlich hat Psycra genau wie er Brandwunden am Körper, was er für ein Zeichen von dem Feuergott ‚Esch‘ hält. Deswegen bildet er sie im Kampf aus und will sie zu einer Kämpferin machen. Einige Male stößt er dabei bei ihr aber auf Widerstände und Zweifel, was ihn enttäuscht. Louis wahrt ansonsten zu allem und jedem ein gewisses Maß an Distanz, weil er sich niemandem außer dem Feuer verpflichten möchte und meint, dass aus zu viel Gedanken um Andere nur Ärger entsteht. Das ist auch der Grund dafür, dass nur Psycra in seinem Leben eine Rolle spielt.

-Psycra

Psycra ist in den freien Dörfern aufgewachsen, weswegen sie eigentlich immer an Frieden und Harmonie geglaubt hat. Die freien Dörfer sind ein Zusammenschluss von Menschen, die nach dem 3. Weltkrieg jegliche Art von Gewalt ablehnen. So werden sie oft von den Wilden, denen jegliche Vorstellung von Moral fehlt, ausgeraubt. In einer Nacht stecken die Wilden Psycras Dorf in Brand, weswegen sie gezwungen ist, verletzt zu fliehen. Eigentlich hat sie ab diesem Zeitpunkt aber schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Sie wird ohnmächtig und erwacht erst wieder, nachdem sie Louis verarztet hat. Sie fürchtet sich im ersten Augenblick, aber bemerkt schnell, dass ihr der Andere nichts Böses will. Psycra ist sich sicher, dass die Wilden ihre Familie umgebracht haben, weswegen sie keine Zukunft mehr für sich sieht und bei Louis bleibt. Sie lässt sich auf das Kampftraining mit ihm ein und nimmt auch seine Pistole „Phönix„, die er extra für sie angefertigt hat, an.

Trotzdem plagen sie öfters Zweifel und sie ist sich nicht sicher, ob sie wirklich die Kriegerin sein kann, die Louis in ihr sieht. Besonders die Begegnung mit Klara van Cleve, deren Familie im Laufe der Geschichte in Gefahr gerät, wirft sie immer wieder in ihrer Charakterentwicklung zurück und erinnert sie daran, wie schwach und hilflos, sie sich bei dem Überfall der Wilden gefühlt hat. Wie sehr sie unter den Wilden zu leiden hatte, zeigt auch, dass sie noch immer Alpträume von deren Anführer plagen. Trotzdem ist bereits schon vorher klar, dass Psycra Louis vertraut und mit ihrem alten Leben abgeschlossen hat. Das zeigt sich deutlich in dem Gespräch mit ihrem Vater, in dem sie sogar ihr Schusswaffe „Phönix“ auf ihn richtet. Klara scheint sie letztlich nur an ihr altes Ich zu erinnern und bringt sie dazu ihren derzeitigen Weg zu hinterfragen. Trotzdem ist auch schon dort abzusehen, dass Psycra sich nicht von Louis lösen kann, weil sie festgestellt hat, dass er ’nicht ihre neue Familie ist, sondern alles, was sie noch hat‘ und zumindest Louis in dieser düsteren Welt auf sie Rücksicht nimmt.

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