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Was uns gut und schlecht macht: Der menschliche Makel

Monat

März 2016

Autorenkommentar #2: Louis & Psycra

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Und hier kommt auch schon das nächste Autorenkommentar zu „Gegen das Zwielicht“. Dieses Mal zu Louis & Psycra:

-Louis

Louis ist wohl der geheimnisvollste Charakter in dem ganzen Buch. Daher ist es schwierig ihn einzuschätzen. Er wohnt abseits der Zivilisation und hinter dem düsteren Wald, den die meisten Menschen meiden. Louis‘ Eltern waren genau wie er Waffenexperten, doch starben in einem Feuer, was Louis mit seinen eigenen Augen ansehen musste. Das hat natürlich Spuren in ihm hinterlassen und seitdem hat er das Gefühl, dass Feuer würde mit ihm sprechen. Hierbei ist es schwierig festzustellen, ob die Stimme, die Louis in dem Feuer hört nur eine Wahnvorstellung ist, oder ob mehr dahintersteckt. Schließlich findet er durch eine Vision, in der er ein Mädchen in den dem Flammen sieht, Psycra und rettet sie vor den Wilden, weil er sie für die Gefährtin hält, die ihm das Feuer versprach. Ob das nun wirklich der Fall ist, wird nicht ganz klar, aber Psycra fügt sich Louis‘ Vorstellung, weil sie ihrer Meinung nach keine andere Wahl hat und Louis zumindest für sie sorgen möchte. Ob Louis also nun verrückt ist, oder wirklich eine spirituelle Bindung zu dem Feuer hat, bleibt dem Leser überlassen.

Psycra bedeutet Louis viel, weil er denkt, dass sie beide füreinander bestimmt sind. Schließlich hat Psycra genau wie er Brandwunden am Körper, was er für ein Zeichen von dem Feuergott ‚Esch‘ hält. Deswegen bildet er sie im Kampf aus und will sie zu einer Kämpferin machen. Einige Male stößt er dabei bei ihr aber auf Widerstände und Zweifel, was ihn enttäuscht. Louis wahrt ansonsten zu allem und jedem ein gewisses Maß an Distanz, weil er sich niemandem außer dem Feuer verpflichten möchte und meint, dass aus zu viel Gedanken um Andere nur Ärger entsteht. Das ist auch der Grund dafür, dass nur Psycra in seinem Leben eine Rolle spielt.

-Psycra

Psycra ist in den freien Dörfern aufgewachsen, weswegen sie eigentlich immer an Frieden und Harmonie geglaubt hat. Die freien Dörfer sind ein Zusammenschluss von Menschen, die nach dem 3. Weltkrieg jegliche Art von Gewalt ablehnen. So werden sie oft von den Wilden, denen jegliche Vorstellung von Moral fehlt, ausgeraubt. In einer Nacht stecken die Wilden Psycras Dorf in Brand, weswegen sie gezwungen ist, verletzt zu fliehen. Eigentlich hat sie ab diesem Zeitpunkt aber schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Sie wird ohnmächtig und erwacht erst wieder, nachdem sie Louis verarztet hat. Sie fürchtet sich im ersten Augenblick, aber bemerkt schnell, dass ihr der Andere nichts Böses will. Psycra ist sich sicher, dass die Wilden ihre Familie umgebracht haben, weswegen sie keine Zukunft mehr für sich sieht und bei Louis bleibt. Sie lässt sich auf das Kampftraining mit ihm ein und nimmt auch seine Pistole „Phönix„, die er extra für sie angefertigt hat, an.

Trotzdem plagen sie öfters Zweifel und sie ist sich nicht sicher, ob sie wirklich die Kriegerin sein kann, die Louis in ihr sieht. Besonders die Begegnung mit Klara van Cleve, deren Familie im Laufe der Geschichte in Gefahr gerät, wirft sie immer wieder in ihrer Charakterentwicklung zurück und erinnert sie daran, wie schwach und hilflos, sie sich bei dem Überfall der Wilden gefühlt hat. Wie sehr sie unter den Wilden zu leiden hatte, zeigt auch, dass sie noch immer Alpträume von deren Anführer plagen. Trotzdem ist bereits schon vorher klar, dass Psycra Louis vertraut und mit ihrem alten Leben abgeschlossen hat. Das zeigt sich deutlich in dem Gespräch mit ihrem Vater, in dem sie sogar ihr Schusswaffe „Phönix“ auf ihn richtet. Klara scheint sie letztlich nur an ihr altes Ich zu erinnern und bringt sie dazu ihren derzeitigen Weg zu hinterfragen. Trotzdem ist auch schon dort abzusehen, dass Psycra sich nicht von Louis lösen kann, weil sie festgestellt hat, dass er ’nicht ihre neue Familie ist, sondern alles, was sie noch hat‘ und zumindest Louis in dieser düsteren Welt auf sie Rücksicht nimmt.

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Autorenkommentar: Die van Cleves

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Nach der Leipziger Buchmesse, habe ich mir überlegt, dass ich einige kurze Charakterisierungen zu den Hauptcharakteren schreibe, weil „Gegen das Zwielicht“ anscheinend eine Menge Diskussionsstoff liefert 😉

-Ascher van Cleve

Regentensohn Ascher erscheint am Anfang der Geschichte sehr oberflächlich und würde wohl in unserer heutigen Welt nie in eine Machtposition geraten. Aber gerade das sollte sein Charakter verdeutlichen. In der strengen Klassengesellschaft, in der Gegen das Zwielicht spielt, gerät schnell die falsche Person an die Macht. Da Ascher weiß, dass er das Amt seines Vaters übernehmen wird, steckt er auch nicht sonderlich viel Mühe in Schularbeiten, oder dergleichen. Sein Lebensmotto lautet also erst einmal mehr: Sex, Drugs & Rock’N’Roll. Dazu lässt sich aber sagen, dass Ascher nur teilweise etwas für sein verantwortungsloses Verhalten kann: Als Regentensohn ist er gewohnt zu bekommen, was er möchte. Ihm wird eine gewisse Arroganz quasi anerzogen. Er hält sich automatisch für etwas Besseres, was er andere auch deutlich spüren lässt. Ein wenig Verantwortungsbewusstsein hat er seiner jüngeren Halbschwester Blaire gegenüber, was ihn aber nicht daran hindert, sie trotz ihres jungen Alters, mal in einen Club mitzunehmen.

Seine Halbschwester Klara und er sind von Grund auf verschieden, weswegen sie immer wieder aneinandergeraten und eine Art Konkurrenzkampf zwischen den Beiden herrscht. Klara ist im Gegensatz zu Ascher äußerst pflichtbewusst und hält ihm das auch mehrere Male vor. Ascher hingegen beleidigt Klara einige Male aufgrund ihres Verhältnisses zu Sichem, ihrem Leibwächter. Trotz alldem möchte Ascher die Aufgabe als Regent später gewissenhaft ausführen, weswegen er sich gegen eine Zweckehe nicht weitersträubt. Als er das Regentenamt dann ergreift, bemerkt er aber, erst wie Ernst die Lage mittlerweile ist. Ascher muss in der Rolle als Regent  noch einiges nachholen und findet sich (teilweise zu Recht) in einer misslichen Lage wieder.

-Blaire van Cleve

Als Nesthäkchen der van Cleves hat es Blaire nicht einfach. Sie ist weder so selbstbewusst wie Ascher, noch so gewissenhaft und intelligent wie Klara. Sie bewundert ihre beiden, älteren Geschwister und versucht bei Streit immer zu vermitteln, was ihr aber nur teilweise gelingt. Sie ist ein wenig naiv und zu gutgläubig für die düstere Welt, in der sie lebt. Blaire weiß nie so ganz, wo sie ihr Weg hinführt und lässt sich eher treiben. Sie ist auch bereit sich eher in das traditionelle Bild einer Frau zu fügen, weil sie später als ältere Frau ’nicht alleine sein möchte.‘ Blaire steht oft im Schatten ihrer beiden Geschwister, aber beschwert sich deswegen nie. Sie ist ganz froh darüber nicht im Rampenlicht zu stehen, weil sie ein sehr unsicherer Charakter ist. Da sie selbst nie eine genaue Vorstellung von ihrem Leben hatte, rebelliert sie nicht wie Klara nach dem Tod ihres Vaters, sondern fügt sich eher in ihr Schicksal, weil sie bemerkt, dass es von ihr erwartet wird und sie nicht so widerstandsfähig ist wie Klara.

 

-Klara van Cleve

Klara bildet als gewissenhafte Person den kompletten Gegenpart zu Ascher. Sie wäre eine würdigere Nachfolgerin als ihr Halbbruder, aber dadurch, dass Frauen in dieser Welt eher wieder eine traditionelle Rollenverteilung zugeschrieben wird, bleibt ihr der Zugang zu dem Regentenamt verwehrt. Klara hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Das ist auch der Grund, weshalb sie für Sichem, der später ihr Leibwächter wird, einsteht und ihn so vor der Todesstrafe rettet. Sie ist eine idealistische Person und hat einen sehr starken Willen. Wenn es nach Klara ginge, würden in dem eisigen System der Bezirke viele Reformen durchgeführt werden. Unter der Leitung ihres Vaters bleiben diese aber aus.

Klara will Karriere machen und etwas Gutes vollbringen, da sie sich auch Gedanken zu der Unterschicht des Systems macht. Nach dem Tod ihres Vaters sieht sie aber all íhre Pläne und Vorstellungen gefährdet und ergreift nur zu gerne die Fluchtmöglichkeit, die sich ihr durch ein Gespräch mit Sichem bietet. Sie ist eigensinnig, doch erkennt ab einem gewissen Punkt der Tragödie, dass sie machtlos ist und fügt sich letztlich doch in ihr Schicksal, obwohl sie vorher eher eine Kämpferin war.

Der erste Artikel nach der LBM!

Der erste Artikel nach der Leipziger Buchmesse ist bereits erschienen!

Hier könnt ihr mehr von meinem aufregenden Abenteuer „Leipziger Buchmesse“ erfahren!

Viele Grüße & fühlt euch gedrückt ❤

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Online-Aktion im Rahmen der LBM

Am Freitag bin ich auf der Leipziger Buchmesse bei meinem Verlag Ullstein Forever anzutreffen. 🙂

Das ist für mich eine große Ehre. Deswegen starte ich auf Facebook eine Online-Verlosung, bei der 5 Leseproben, Lesezeichen und Sammelkarten zu gewinnen sind. Nehmt Teil auf Facebook.com/Gegendaszwielicht und gewinnt 😊

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Fazit zur Heuteshow & dem Weltfrauentag

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Nach einem Beitrag der Heuteshow, will ich mich heute einmal mit einem frauenpolitischen Thema beschäftigen. Es war mir klar, dass der Weltfrauentag von der Heuteshow durch den Kakao gezogen wird und an sich ist das nicht unbedingt schlimm:

Wenn man unter einer Sache nicht zu leiden hat und für die Quotenzahlen dazu gezwungen ist, zu allem und jedem ‚Späßchen‘ zu machen, übersieht man manchmal die Ernsthaftigkeit eines Themas

Ich bin aber der festen Meinung, dass der Weltfrauentag nicht nur dafür da ist, dass wir jedes Jahr feststellen, dass Frauen noch immer weniger verdienen. Dieser Tag ruft uns in Erinnerung, dass Frauen noch immer nicht gleich behandelt werden. Und weil das nun einmal eine Tatsache ist, ist es gut, wenn es bestimmten Leuten zumindest einmal pro Jahr ins Gedächtnis gerufen wird. Wie viel es bringt, kann ich nicht sagen, aber immerhin wird sich so zumindest einmal mit dem Thema auseinandergesetzt. Schließlich wollen viele Leute einfach vor diesem Thema die Augen verschließen.

Nun noch einmal zu der Heutshow: Es wird anscheinend einfach akzeptiert, wenn in „Wischmeyers Logbuch die Mädchenedition“ Witze darüber gemacht werden, dass Frauen 6 Jahre lang länger leben und in der Zeit nicht mehr leisten als Männer.

Ich finde es absolut nicht in Ordnung zu implizieren, dass Frauen mehr Erfolg haben müssten, weil sie länger leben. Sind sie demnach also unfähig dazu mehr Erfolg zu haben? Vergeuden sie 6 Jahre Lebenszeit? Wäre für mich der nächste Schluss bei diesem Witz. Haha, wie witzig.

Es gibt tausend Gründe, weshalb für Frauen derzeit noch oft der Erfolg ausbleibt. 6 Jahre sind nun einmal nicht genug Zeit, um all die Vorurteile, alle Benachteiligungen und veralteten Werte aus dem Weg zu räumen, mit denen Frauen oft noch täglich zu kämpfen haben. Ganz davon zu schweigen, dass Frauen oft wegen der Kinder Elternjahre nehmen müssen. Der Einstieg ist da nach dem Beruf natürlich noch einmal schwieriger. Also ist es für mich absolut unverständig, wie man Frauen (auch nur im Spaß gemeint) vorwerfen kann, dass sie diese 6 Jahre, die sie mehr Leben, vergeuden. Ich weiß es ist Satire. Aber bei diesem Hintergrund ist es absolut nicht witzig und einfach nur traurig.

Überzeugt euch doch selbst und schreibt eure Meinung zu Wischmeyers Logbuch Mädchen Edition und lasst mich wissen, wie ihr das seht.

Was wir von Verstoßenen sehen…

 

Ich hatte heute einen sehr interessanten Gedanken.

Wir alle kennen es, wenn wir von Obdachlosen angesprochen werden. Es ist uns meistens unangenehm und ich gebe selbst zu, dass ich Obdachlosen auch selten Geld gebe. Es ist eben immer eine Sache, die einem erst einmal komisch erscheint oder vielleicht sogar peinlich ist.

Genauso unangenehm wäre uns auch der Kontakt mit Drogensüchtigen, oder Prostituierten, aber wir heute kam mir eben der Gedanke:

Wir sehen doch eigentlich immer nur, was diese von der Gesellschaft verstoßenen Menschen jetzt sind. Alles andere bleibt verborgen.

All das, was vorher war, können wir nicht sehen und deswegen versuche ich zu vermeiden mir ein Urteil über diese Menschen zu erlauben. Ganz abgesehen davon müssen wir daran denken, dass jeder von ihnen einmal ein unschuldiges Kindergartenkind gewesen ist. Ein Kind, das spielte und seine Träume hatte. Und ich bin mir sicher, dass es damals nicht von so einer Zukunft geträumt hat…

Buch im Raum

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