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Als Schüler verbringt man den Großteil des Tages in der Schule, was durch die Einführung der Ganztagsschule natürlich nicht gerade weniger geworden ist.

Prinzipiell wäre die Idee der Ganztagsschule nicht ganz falsch, aber damit die Vorteile einer Ganztagsschule genutzt werden können, muss die Schule erst einmal bereit sein die Verantwortung für die Schüler zu übernehmen, was meiner Meinung nach nicht funktionieren kann:

Angeblich entlastet die Ganztagsschule die Eltern, indem die Kinder in der Schule betreut werden. Eine Frage an dieser Stelle: Wie sollen ein paar Lehrer hunderte von Schülern über den Tag betreuen und sich fair um sie kümmern? Selbst Eltern sind manchmal überfordert von ihrem eigenen Kind. Von einem Kind. Wie soll ein Lehrer dann über eine so große Zeitspanne auf eine große Gruppe Schüler Acht geben ?

Eltern sind noch immer erziehungsberechtigt und sollten meiner Meinung nach demnach auch Einfluss auf ihre Kinder ausüben können. Sie haben ja auch eine ganz andere Bindung zu ihrem Kind, als beispielsweise der Mathelehrer. Und ich hätte ehrlich gesagt mit meinem Mathelehrer nicht über meine privaten Probleme in der Schule geredet. Natürlich gibt es auch in einigen Familien ernst zunehmende  Probleme, aber deswegen kann man nicht allen Eltern das Recht nehmen, Einfluss auf ihre Kinder zu nehmen. Besser wäre es die Kinder, die Probleme mit ihren Eltern haben, gesondert zu unterstützen, als generell die Erziehungsmöglichkeiten für alle Eltern einzuschränken.

Eine andere Sache ist, dass oft trotz der Ganztagsschule Hausaufgaben aufgegeben werden, was meiner Meinung nach zur Überforderung führt. Dazu kommt, dass es immer wieder Kinder gibt, die eine Extraförderung brauchen durch Nachhilfeunterricht, die eine Schule nicht leisten kann, was auch vollkommen in Ordnung ist. Wenn das Kind aber fast den ganzen Tag in der Schule verbringt, wird die Unterbringung eines Nachhilfeunterrichtes natürlich sehr viel schwieriger und für das Kind wird es schwer mithalten zu können.

Auch die individuelle Entfaltung kann dann nur noch im Rahmen der Schule erfolgen, was eine Horizont-Erweiterung und die eigenen Interessen vollkommen einschränkt.

Was die individuelle Entfaltung angeht, möchte ich hier auch noch einmal auf das Thema Mobbing eingehen. Wenn wir die Kinder schon den Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen lassen, dann sollten sie sich dabei wenigstens wohlfühlen. Die Lehrer müssen dann Hinschauen und sich nicht NUR mit dem reinen Problem der Wissensvermittlung auseinandersetzen, sondern auch mit den sozialen Problemen, die es zwischen den Kindern gibt. Und hier ist die wieder die Frage, ob Lehrer das befähigen können. Wenn ein Schüler, der von anderen gehänselt wird, seinen Großteil in der Schule verbringt, hat er so keinen Rückzugsort und das ist meiner Meinung nach schlicht und ergreifend falsch.

Mir fällt an dieser Stelle schwer zu glauben, dass es Lehrern gelingen kann sehr viele Schüler gleichzeitig so zu betreuen, dass niemand zu kurz kommt und die Probleme zwischen den Schülern zufriedenstellend gelöst werden. Das ist kein Vorwurf an die Lehrer, ich glaube nur einfach, dass es unmöglich ist.

Solange Lehrer keine Superhelden sind und nicht für alle Schüler gleichzeitig die Probleme, die sich alleine schon für Eltern an einem einzigen Tag ergeben, lösen können, spreche ICH meine vollkommene Abneigung gegen die Ganztagsschule aus.

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